Holtenauer Geschichte

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Die Bauernstelle Schacht

Die Bauernstelle Schacht befand sich nur wenige Meter westlich der Bauernstelle Hammerich in der Richthofenstraße. Das große Fachhallenhaus1 wurde 1723 für einen der vier Holtenauer Vollhufner erbaut. Es war von 1851-1924 im Besitz der Familie Stoltenberg. Seit 1933 wurde das Gebäude von dem Fuhrunternehmen Schacht genutzt.

Bauernstelle Schacht Abb.: Bauernstelle Schacht. Bauer Schacht auf der Richthofenstraße. Links das bedauerns­werterweise im Zuge der Vergrößerung des Sky Marktes abgerissene Haus von Reeder Griebel. Im Hintergrund das Fachhallenhaus.

Geschichte der Bauernstelle

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier auch eine Tankstelle. Heute befindet sich hier, nachdem der Hof Opfer einer Brandstiftung geworden war, in einem Neubau zuerst der Sky-Markt, jetzt ReWe.

Dazu schrieb der Kieler Expreß folgendes:

Holtenauer nennen dieses Fachwerkhaus in der Richthofenstraße 57 schlicht „die Scheune“, obwohl es sich bei dem nach Art der Niederdeutschen Fachhallenhäuser errichteten Gebäude um ein reines Hufnerhaus, also ein richtiges Bauernhaus handelt. In ihm waren ursprünglich nicht nur das Vieh und die Ernte untergebracht, hier lebten auch Menschen – alle unter einem Dach. Besitzer dieser Hofstelle können bis in das Jahr 1723 zurückverfolgt werden. Das jetzige Haus dürfte allerdings erst um 1791 gebaut worden sein, zur Zeit, als die Leibeigenschaft aufgehoben wurde. Kürzlich hat sich die Kieler Ratsversammlung mit dem alten ländlichen Gebäude beschäftigt. Sie beschloß den Entwurf zum Bebauungsplan 708, der zum ziel hat, den Bestand des Bauernhauses als „eine Erinnerung an die dörfliche Vergangenheit“ Holtenaus zu sichern und die rechtlichen Grundlagen für den Einzug eines Supermarktes zu schaffen – ein Vorhaben, gegen das es Proteste gibt. Schwierig für die Stadt, eine angemessene und wirtschaftlich vertretbare Nutzung für das Fachwerkhaus zu finden. Vom Servicehaus bis zu Apartmentwohnungen wurde vielerlei versucht – allein wegen der hohen Kosten war s nicht zu machen. Der Eigentümer, ein Fuhrunternehmer, drohte seinerseits, es abzureißen, weil er es nur unzureichend nutzen konnte. Der jetzige Kompromiß bietet den Vorteil, die Bausubstanz vor dem weiteren Verfall zu retten und durch den künftigen potenten Erwerber noch zu verbessern – ihm wird das Haus schließlich als Aushängeschild dienen. So soll das Reetdach neu gedeckt und das Erscheinungsbild der Fassade aufgefrischt werden. Die störende Tankstelle wird abgerissen, an ihrem Platz werden Bäume gepflanzt. Der Denkmalpfleger hat dem Projekt zugestimmt und dem Unternehmen empfohlen, inneres und Äußeres seiner früheren ländlichen Nutzung entsprechend wiederherzustellen, also die erforderlichen Personalräume in den ehemaligen Wohnteil zu verlegen und die Tenne als Lagerfläche zu nutzen.3

Abb.: Bauernstelle Schacht mit der davor gelegenen Tankstelle (© Gisela Heinrich).

Abb.: Bauernstelle Schacht (© Gisela Heinrich).

Abb.: Bauernstelle Schacht (© Gisela Heinrich).

Siehe auch:

© Bert Morio 2016 — Zuletzt geändert: 21-07-2019 11:33

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  1. Über die Geschichte des Fachhallenhauses siehe auch Hammerichscher Hof

  2. Vergleiche hier: Bauernstelle Staberg

  3. Torsten Müller: Das Hufnerhaus in Holtenau, Kieler Express, 4.5.1988.