Holtenauer Geschichte

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Holtenau! Welchem Kieler steigen beim Erklingen dieses Namens nicht warme Erinnerungs­bilder aus glücklichen Vorkriegszeiten auf; das trotz seines Kanals welt­abge­schiedene Dorf mit seinen herrlichen Blickpunkten auf den Hafen, die rauschenden Buchen und Eichen des einstmals so großen Voßbrooks, die urgemütlichen Garten­wirt­schaften! Und wir Jungen, die wir der Vor­kriegs­generation angehören, wissen all das zu bestätigen und gedenken noch gern der Zeiten, da die Eltern – wenn sie uns ein besonderes Sonntags­vergnügen zugedacht hatten – mit uns den Nach­mittags­spazier­gang nach Holtenau hinaus machten.1

Postkarte

Abb.: Diese über einhundert Jahre alte Postkarte vereinigt durch geschickte Montage viele der Dinge, die die Geschichte des ehemaligen Bauerndorfes seit nahezu einhundert Jahren bestimmt haben: den Kaiser-Wilhelm-Kanal, die Marine und die Fliegerei — insbesondere in Form der Seefliegerei. Zu sehen sind noch der Holtenauer Leuchtturm und das inzwischen abgerissene Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Holtenauer Leuchtturmhügel.

Die Geschichte Holtenaus ist seit mehr als einem Jahrhundert eng mit der Fliegerei und der Schifffahrt verbunden: Während noch der Bau und Betrieb des Eiderkanals kaum einen Einfluß auf die Holtenauer Entwicklung hatten, haben der Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals zum Ende des 19. Jahrhunderts und des Flugplatzes in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahr­hunderts das Gesicht des Bauerndorfs völlig verändert. Aus einem verschlafenen Bauerndorf wurde innerhalb weniger Jahre eine lebendige Gemeinde …

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Dies ist eine nicht kommerzielle Informationsseite über die Geschichte des ehemaligen Bauerndorfes und heutigen Stadtteils Kiel-Holtenau und seiner Umgebung — insbesondere über das Gebiet der ehemaligen adeligen Güter Knoop und Seekamp, sowie der Gebiete direkt südlich des Nord-Ostsee-Kanals [weiter …]

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Bert Morio

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  1. Kieler Zeitung: Siedlungen in Holtenau, 29.03.1929. Bereits 80 Jahre zuvor schreibt Ernst Willkomm über Holtenau: Reisende, welche sich einige Tage in Kiel aufhalten, was die Umgebungen der Stadt verdienen, sollten nicht unterlassen, die Nordseite der Bucht, an der wir uns gegenwärtig befinden, bis mindestens nach dem schon erwähnten Holtenau zu durchwandern. Ein tüchtiger Fußgänger kann diese Wegstrecke in anderthalb Stunden bequem zurücklegen. Der angenehme, durch grüne Waldung sich schlängelnde Weg geht über Wiek und steigt bei Holtenau in das Canalthal hinab. Dies Holtenau, terrassenförmig an die Höhen sich lehnend, nimmt sich ungemein malerisch aus. (Willkomm, Ernst: Wanderung an der Ostsee, Leipzig 1850, S. 19.).