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Das Gut Projensdorf wurde durch
den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals
teilweise von seinen Ländereien abgeschnitten, die heute südlich
des Kanals liegen. Der Ort wurde 1378 erstmals urkundlich als villam
Prodenstorpe
(= Dorf des Prodan1) erwähnt und
verschwand später im Zuge der Niederlegung der Bauerndörfer durch
die Gutsherren.
Abb.: Gut Projensdorf
und der Eiderkanal im Jahr 1819.
Eine Besonderheit von Projensdorf ist es, daß das Gut, obwohl sehr ländlich belegen und in große Felder und Äcker eingebettet, direkt an der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt liegt, da seit 1895 der Kaiser-Wilhelm-Kanal, heute erweitert und umbenannt in Nordostseekanal, nur wenige Meter vom Herrensitz aus gebaut wurde und die Gemarkung Projensdorf seitdem in zwei Teile, einen städtischen (der zu Kiel gehört) und einen ländlichen (der Altenholz zugehörig ist), teilt. Durch den stetigen maritimen Verkehrslärm großer Frachtschiffe ist daher selbst der ländliche Teil des Gutes stets in der maschinellen Moderne gefangen.2
Abb.: Das
Gut Projensdorf im Jahr 1827.
Das Gut hatte verschiedene adelige Besitzer wie die Familien der Ahlefeldts, Rantzaus und Baudissins, kam dann aber im 19. Jahrhundert in den Besitz Bürgerlicher wie von 1846 bis 1885 F. Trummer, dessen Erben Teile des Gutes an den Kanalfiskus verkauften, weil hier die Strecke des geplanten Kaiser-Wilhelm-Kanals verlief. Der südlich des Kanals gelegene Teil der Gutsländereien wurde an die Stadt Kiel verkauft. Der verbliebene Nordteil von 116 Hektar ging an die Familie Schwertfeger.
Abb.: Die Gutsbezirke im
südöstlichen Dänischen Wohld zur Zeit
des Eiderkanals.
1921 erwarb Ferdinand Graf von Spee (1855-1937) — Professor Dr. med. in Kiel und der Bruder des berühmten Admirals — das Gut von der Familie Schwertfeger und behielt es bis zu seinem Tode im Jahr 1937 in seinem Besitz. 1938 ging das Gut in den Besitz der Familie Knapp über.
***
In der Gegenwart finden auf dem Gut verschiedenste
Veranstaltungen statt. Auch Trauungen können hier vollzogen
werden. Zum Gut gehört auch das ca. 2 km lange und allmählich
verlandende Reststück des Alten Eiderkanals mit der in den 1980er
Jahren durch den Canal-Verein
restaurierten Schleusenanlage
Rathmannsdorf westlich von Knoop.
Siehe auch:
© Bert Morio 2017 — Zuletzt geändert: 17.05.2019
Dieser slawische Männername weist darauf hin, daß sich auf dieser Seite der Kieler Förde ebenfalls slawische Einflüsse finden. Das können — wie im Fall des Slawischen Dorfes Pries — entweder slawische Siedler sein, oder aber die Orte wurden nach den slawischen Lokatoren benannt, die an diesen Orten im Auftrag der Landesherren Siedlungen gründeten. Auch im Benachbarten Rathmannsdorf gibt es Hinweise auf eine slawische Besiedlung. Daß diese Besiedlungen sich in der Nähe der Levensau befanden, macht Sinn, denn diese diente bereits zu damaliger Zeit als Handelsweg, da sie durchaus von größeren Schiffen befahren werden konnte. ↩
Institut Deutsche Adelsforschung: Zur Geschichte des Kulturgutes Projensdorf, unter: http://home.foni.net/~adelsforschung1/projensdorf.htm [zuletzt gesehen: 2015-06-14]. ↩